Eine Kopie, aus dem "Stadt und Kreisarchiv Schmalkalden" (in der Feuerwehrchronik archiviert), ist die älteste uns schriftlich vorliegende Erwähnung eines Spritzenhauses und stammt aus dem Jahre 1787.Dort wird am 7. September eine Auflistung bebauter Hofstätten gemacht, und die damit verbundene Steuererhebung zum Abschluss gebracht. Unter Punkt 106 wird mit der Hausnummer 123 die Gemeindewaage und das Spritzenhaus erwähnt, dessen Besitzer war der damalige Schultheiß Heinrich Wilhelm Erbe. 1999 wird dieses Haus von der Familie Winnfried Höfer bewohnt und wird im Grundbuch mit der Bezeichnung Meininger Straße 9 geführt.
Am 08. November 1894, wurden die Bewohner des Ortes, gegen 1 Uhr in der Nacht von der hiesigen Sturmglocke und durch laute „Feuer“ rufe aus ihrem Schlaf gerissen. In der Nähe der Holzschleiferei, an der Straße die nach Wasungen führt, standen mehrere Wohnhäuser, Scheunen und Stallungen in Flammen.
Der starke Sturm trug die Funken und brennenden Teile auch zu Häuser und Scheunen die weitab vom eigentlichen Brandherd lagen. Durch die damals verwendeten Baumaterialien und die eng aneinanderreihenden Gebäuden, die zu dieser Zeit gefüllt waren mit den Wintervorräten für Mensch und Tier, konnte sich das Feuer so rasch ausbreiten, dass die Löschmannschaften zunächst nicht Herr der Flammen wurden.
Gegen 4 Uhr hatte das Feuer seine größte Kraft erreicht. Inzwischen waren auch Feuerwehren aus den benachbarten Orten herbeigeeilt um noch zu Retten was noch zu Retten war. Die erste Spritze welche von auswärts auf der Brandstätte erschien, war die der Feuerwehr von Niederschmalkalden. In ganzen waren 10 Spritzen eingetroffen und zwar aus Herrenbreitungen, Fambach, Mittelschmalkalden, Wasungen, Zillbach, Bondorf, Wernshausen und 2 aus Meiningen. Durch die Größe des Brandplatzes schien es fast aussichtslos dem Flammenmeer erfolgreich entgegenzuwirken.
Um 8 Uhr morgens konnte man sagen, dass das Feuer in seiner umfangreichen Ausdehnung unter Kontrolle war. Nun in der Morgendämmerung konnte man das Ausmaß der Katastrophe überblicken. Zwischen den Rauchschwaden und den Trümmern sah man Feuerwehrleute die noch immer mit Lösch- und Einreißarbeiten beschäftigt waren, dort standen Möbel die vor den Flammen gerettet wurden und dazwischen immer wieder weinende Frauen und Kinder sowie erschöpfte und ratlose Männer.
Am 10. November 1894 berichtet der „Thüringer Hausfreund“, dass den Flammen in jener Nacht 156 Wohnhäuser, Scheunen, Stallungen und andere Nebengebäude zum Opfer gefallen waren. Fast 60 Familien wurden über Nacht obdachlos.
Es war und ist bis heute noch die größte Brandkatastrophe die Schwallungen je heimsuchte.
Den Ausführungen liegen Berichte aus den Tageszeitungen „Schmalkalder Tageblatt“, dem Thüringer Hausfreund“ vom 08., 09. und 10.11.1894 und der hiesigen Ortschronik zu Grunde.
Die anschließende Grafik, aus einer Tageszeitung vom 9.November 1894, gibt uns einen noch besseren Überblick über das Ausmaß der Vernichtung.
Alle Schraffiert gezeichneten Häuser sind den Flammen zum Opfer gefallen. Die als Judengasse bezeichnete Straße ist die heutige Eisenacher Straße.
Am 04. Oktober 1905 erhält die Schwallunger Feuerwehr eine neue Saug- und Druckspritze, von der Firma Braun aus Nürnberg.
Es handelte sich um eine vierrädrige, gefederte Spritze mit 2 Längssitzreihen und angebaute Schlauchhaspel zum Anschaffungspreis von 1350,- Mark.
Das Bild zeigt uns ein Saug- und Druckspritze der Firma Braun aus der Zeit um die Jahrhundertwende. So ähnlich sah auch die neue Spritze der Schwallunger Feuerwehr aus.
Am 17.02.1924 ereignete sich in Schwallungen ein weiteres Großfeuer, wobei den Flammen vier Wohnhäuser samt Nebengebäude zum Opfer fielen.
Der Brand ereignete sich zwischen den Straßen Judengasse (heute Eisenacher Str.), Kirchgasse, Lindenstraße.
Aus einem, Schreiben von Wachtmeister Reich an den Kreisbrandmeister in Meiningen ist nachzulesen, das wahrscheinlich Brandstiftung vorlag. In der nachfolgend einzusehenden Lageskizze ist ersichtlich, dass auf Grund der engen Bebauung ein gezielter Löscheinsatz nicht möglich war. Um so mehr ist es den Löschkräften hoch anzurechnen das nicht mehr Gebäude dem Feuer nachgeben mussten. Die Einschätzungen des damaligen Kreisbrandmeisters in seinem Tätigkeitsbericht vom Brandplatz bestätigt das von den Wehren aus Bonndorf, Niederschmalkalden und Wernshausen keine große Unterstützung ausging. Die Zeit ist, als sehr wichtigen Faktor bei der Brandbekämpfung zu sehen, deshalb stellte man bereits damals Richtlinien auf die als Maßgabe vorsah, das eine Löschmannschaft max. 10min/km benötigen darf, um zum Brandplatz zu gelangen. Bedenk man das die Löschmannschaft von Bonndorf 11,6min/km, die von Niederschmalkalden 20,3 min/km und die von Wernshausen gar mehr als 60min/km benötigten um am Brandplatz ein zutreffen, kann man der Einschätzung des Kreisbrandmeisters nur beipflichten.
Schwallungen, mit seiner über 1200 - jährigen Geschichte, einer der ältesten Orte der gesamten Region, kann zwar auf eine lange Feuerwehrgeschichte zurückblicken, jedoch gab es jüngere Feuerwehren im Umkreis die früher den Weg in die Freiwilligkeit der Feuerwehrmannschaften gegangen sind.
Die Gründung der Freiwilligen Feuerwehr Schwallungen war nicht wie einst angenommen im Mai 1925, sondern erst am 10. November 1926. Dies geht aus einer Bekanntmachung des Gemeindevorstehers Lösch (Kreisarchiv Schmalkalden 015) hervor, in der er die Feuerwehrmannschaft zur Gründungsveranstaltung eingeladen hatte.
An jenen Abend wurden auf dem Saal der Gaststätte „Meyfarth“ von den anwesenden Kameraden der Beschluss gefasst, die Pflichtfeuerwehr in eine Freiwillige Feuerwehr umzuwandeln, was in den §§ 1 und 2 der Satzung auch eindeutig festgelegt wurde.
Die im Thüringer Staatsarchiv Meiningen aufbewahrte Satzung der Freiwilligen Feuerwehr Schwallungen, unterzeichnet am 30. Dezember 1926 vom Ortsvorstand Lösch und vom Vorsitzenden der freiwilligen Feuerwehr, wurde am 02. Februar 1927 zur Genehmigung nach Weimar an das Thüringische Ministerium des Innern übersendet, dort wurde sie am 09. März 1927 bis auf Widerruf genehmigt.
Von jenem Tag an opfert jeder Kamerad seine Freizeit, seine Gesundheit ja gar sein Leben auf freiwilliger Basis um den vier Aufgaben einer Feuerwehr, „retten, löschen, schützen und bergen, gerecht zu werden.
Die Fettermühle, heute besser bekannt als Papier und Schneidmühle (an der Straße von Schwallungen nach Schwarzbach, gleich hinter dem Bahnübergang links, gelegen), erbaut 1701 und 1880 schon mal abgebrannt, wurde wieder ein Opfer der Flammen. Nachts gegen 1.30 Uhr befuhr eine Person die heutige B19 von Schwallungen in Richtung Wasungen, als er an der Stelle wo die Schwarzbach in die Werra mündet, Feuer bemerkte. In Wasungen angekommen meldete er seine Beobachtungen, worauf die Feuerwehren von Wasungen und Schwallungen alarmiert wurden. Die Schwallunger Kameraden die ihre Spritze noch per Hand oder Pferd zum Brandplatz ziehen mussten waren noch um einiges schneller als die motorisierte Wehr von Wasungen. Denn diese bemerkten beim verlassen des Gerätehauses dass ihr Fahrzeug nach dem letzten Einsatz nicht betankt wurde. So musste mitten in der Nacht der Tankwart erst aus seinem Bett geholt werden, wodurch natürlich einiges an Zeit verstrichen war, bis man endlich in Richtung Brandplatz aufbrechen konnte. Die Ursache des Brandes konnte nicht festgestellt werden. Neben der Mühle, die bis auf die Grundmauer abbrannte, fielen sämtliche Maschinen, Gerätschaften und 70 Zentner (3,5 Tonnen) Getreide den Flammen zum Opfer. Von der Versicherung wurde der Schaden übernommen.
Aus Aufzeichnungen, des Brandberichts der Schwallunger Feuerwehr zum Brand in der Fettermühle, ist nachzulesen das die Alarmierung der Feuerwehrleute in jener Zeit durch läuten der Kirchenglocken und Signal (Trompete oder Handglocke) geschah.
Die folgenden Bilder sollen uns einen Eindruck vermitteln, wie die Kameraden der Schwallunger Wehr damals zum Einsatzort gelangten.
Der 17. Juni 1966 war ein sehr warmer Sommertag. Bereits am Spätnachmittag zeigten sich erste dunkle Gewitterwolken die aus westlicher Richtung kamen. Gegen 18.00 Uhr dann die ersten Blitze, gefolgt von lautem Donner, die aber sehr rasch über Schwallungen hinweg gezogen waren. Doch schon eine gute Stunde später drohte eine zweite Gewitterfront, diesmal aus Richtung Körnerbach kommend.
Aus Berichten der Brandopfer geht hervor, dass gegen 20.10 Uhr (die Wohnzimmeruhr blieb stehen) ein sehr greller Blitz, mit kurz darauffolgendem Donner, in die Scheune der Metzgerei „Helmut Pfannstiel“ einschlug. In wenigen Minuten stand der Dachstuhl samt Boden, auf dem Stroh und Heu lagerten, in Flammen. Durch einen Blitzeinschlag in eine Überlandleitung, war zuvor die Stromversorgung des Ortes zusammengebrochen, in dessen Folge natürlich auch keine Sirene ging. Deshalb wurden, wie auf altbewährte Weise, vom Pfarrer die Kirchenglocken geläutet. Die Feuerwehr von Schwallungen war trotzdem noch sehr rasch am Einsatzort und musste zunächst die Wasserversorgung von der Werra zum Brandobjekt aufbauen. Die Scheune war trotz aller Bemühungen nicht mehr zu retten. Deshalb wurde das Hauptaugenmerk darauf gerichtet, den Schaden so gering wie nur möglich zuhalten, denn die Scheunen von Otto Lösch und Hermann Rommel grenzten unmittelbar an das Brandobjekt. Durch die große Hitze und die damit entstandene Thermik flogen brennende Teile durch die Luft, die für die umliegenden Häuser eine hohe Brandgefahr darstellten. Ein Fass voll mit 100 l Benzin, dass in der Scheune lagerte sorgte bis zu seiner Bergung noch für viel Aufregung. An den Löscharbeiten die noch bis in die Morgenstunden des nächsten Tages dauerten, waren noch die Feuerwehren aus Schmalkalden, Wernshausen und Wasungen beteiligt.
Da man in Schwallungen nur einen Tragkraftspritzenanhänger hatte, bestand keine Möglichkeit die Löschmannschaften gemeinsam mit der Spritze zu befördern. Meist mussten die Kameraden mit eigenem Fordbewegungsmittel oder zu Fuß zum Einsatzort eilen. Deshalb trug man sich schon einige Zeit mit dem Gedanken, ein Löschgruppenfahrzeug anzuschaffen. Die finanziellen Mittel waren jedoch begrenzt, deshalb kam ein Neufahrzeug nicht in Frage. Man suchte nach einem geeigneten, aber gebrauchtem Fahrzeug. Uns liegt eine Schätzurkunde, datiert auf den 18.03.1968 vor. Sie bezieht sich auf ein Feuerwehrfahrzeug vom Typ „K 30“, Baujahr 1952, mit dem damaligen Kennzeichen OA 74-97.
Wenn man bedenkt, dass das Löschfahrzeug mit seinem 60 PS-Motor, nur auf 2050,- DDR-Mark geschätzt wurde, kam die Gemeinde relativ billig zu einem Löschfahrzeug.
Durch das 1969 angeschaffte Löschfahrzeug, mit den Dimensionen die um einiges größer waren als der Tragkraftspritzenanhänger, den die Wehr vorher besaß, ging es doch recht eng im Gerätehaus zu.
Bei Alarmierung bestand ständige Unfallgefahr für die Kameraden, schon bevor man das Gerätehaus verließ. Seitlich am Fahrzeug ging es so eng zu, dass man sich dort, wo die Einsatzbekleidung hing, kaum umziehen konnte. Für den Fahrzeugführer, sprich Maschinisten war höchste Aufmerksamkeit beim Verlassen bzw. beim Einfahren ins Gerätehaus gefordert.
Die Wehrführung und der Rat der Gemeinde suchten nach einer Lösung, die nur Um- oder Neubau eines Gerätehauses heißen konnte.
Bereits am 01.06.1975, dem Tag, der eine Festwoche der Feuerwehr (irrtümlicherweise feierte man „50 Jahre Freiwillige Feuerwehr“) einleitete, legte man eine Bauzeichnung für ein neues Gerätehaus vor, der den Umbau und die Erweiterung des alten Gerätehauses vorsah.
Die Baumaßnahme wurde mit folgenden Gründen untermauert:
Am 05. Februar 1976 wird oben genanntes Bauvorhaben verworfen. Als Gründe wurden angeführt, dass aus finanzieller Sicht der Schulneubau Vorrang habe, und dass das Gerätehaus direkt am Schulhof lag, was wiederum bei Alarmierung der Feuerwehr Gefahren für die Schüler darstellte. Des weiteren mussten für die geplante 2-jährige Um- und Erweiterungsbaumaßnahme geeignete Unterstellmöglichkeiten, für Ausrüstung und Technik, gefunden werden, die es jedoch nicht gab.
Schon 3 Monate später war ein neuer Standort gefunden und man begann sofort mit der Planfeststellung. Der Wehrleitung und allen voran Kamerad Tuisko Rumpel war es zu verdanken, dass in äußerst kurzer Zeit aus dem Plan Wirklichkeit wurde. Alle Bedenken konnten ausgeräumt werden, und durch die enorme Eigenleistung der Kameraden konnten die finanziellen Aufwendungen stark reduziert werden. Einzig die Schaffung des Baugrundes war etwa aufwendig. Baute man doch das neue Gerätehaus an die Stelle der Schaffgasse wo sich der Feuerlöschteich befand. Es galt die großen Pappeln die rings um den Teich standen zu entfernen, das Wasser abzuleiten, und für den Überlauf am Trinkwasserbassin musste ein Kanal geschaffen werden. Dies Bild zeigt den Platz vor der Baumaßnahme.
Am 03. Juli 1976 war Baubeginn für das neue Gerätehaus in der Schafgasse 13, und bereits am 02. Oktober 1976 feierte man Richtfest, zu dem alle am Bau beteiligten Kameraden nebst Ehegatten ins „Obere Gasthaus“ eingeladen wurden. Ein Jahr später am 07. Oktober, dem 28. Jahrestag der Gründung der DDR wurde der Bau festlich übergeben. Die Baukosten beliefen sich auf 150.000,- DDR- Mark.
Außer 3 kleineren Waldbränden und einem Bahndammbrand blieb die Wehr während der Baumaßnahme von größeren Einsätzen verschont.
Die Kameraden waren nicht nur beim Bau des Gerätehauses sehr aktiv, zu DDR-Zeiten war es üblich, freiwillige Stunden für das Gemeinwohl und zur Stärkung der Volkswirtschaft zu leisten. Sei es bei der Waldpflege (Schadholzaufbereitung nach Windbruch), der Hilfe bei Baumaßnahmen im Ort (Frisiersalon, Lebensmittelgeschäft, Festhalle beim Sportplatz u.ä.) bis hin zur Berieselung von Acker und Grünflächen bei großer Trockenheit. Immer waren die Mitglieder der Schwallunger Feuerwehr dabei.
Am 28.12.1982 wird nach 30 Dienstjahren, das alte Löschfahrzeug ausgemustert. Die Kameraden der Schwallunger Feuerwehr erhalten dafür ein Löschgruppenfahrzeug der Baureihe LO 2002 AKF/LF 8 – TS 8. Das mit einer Vorbaupumpe, Notstromaggregat und Preßluftatmer ausgerüstete Fahrzeug wird mit dem Kennzeichen OG 27-16 zugelassen. Nachfolgendes Bild zeigt solch ein Löschgruppenfahrzeug.
Der wohl schwerste Verkehrsunfall zu dem die Freiwillige Feuerwehr Schwallungen bis dato alarmiert wurde, ereignete sich am 31. Juli 1985. Auf der Fernstraße heute Bundesstraße 19 am Abzweig Bonndorf stießen an diesem Tag, ein mit Langholz beladener LKW und zwei sich im Schlepp befindliche Militär - LKW zusammen. Durch auslaufenden Kraftstoff (die Militär - LKW vom Typ „Ural“ waren mit Benzin vollgetankt) gerieten die 3 Fahrzeuge rasch in Brand. Die Löscharbeiten, es mussten Schaumrohre eingesetzt werden, waren durch die große Hitze und durch explodierende Reifen, sehr schwierig. Der Fahrer, des mit Langholz beladenen LKW, starb bereits beim Zusammenprall der Fahrzeuge, sein Beifahrer war durch die verrutschte Ladung im Führerhaus eingeklemmt und verbrannte bei vollem Bewusstsein, jämmerlich.
Von den 4 Militärangehörigen waren ebenfalls 2 sofort Tod, ein dritter Starb, an den Folgen seiner großen Verbrennungen, später im Krankenhaus. Nur eine von sechs Personen überlebte diesen tragischen Unfall. Über den genauen Unfallhergang wurde in den Medien nie offiziell berichtet.
Mit der politischen Wende 1989, den Zusammenbruch der DDR im Jahre 1990 und die Zusammenführung beider deutschen Staaten zu einem, wurde ein neues Zeitalter angebrochen, dass auch viele Veränderungen für die Schwallunger Feuerwehr brachte.
Trotz der im Einigungsvertrag festgeschriebener Details, gab es auch bei dem Feuerwehrwesen eingreifende Veränderungen.
Vieles an Technik und Ausrüstung wurde nur noch zeitlich begrenzt zugelassen, die in Intervallen wiederkehrenden technischen Überprüfungen, von Ausrüstungsgegenständen und Technik, wurden um ein vielfaches teurer und Neuanschaffungen waren auf Jahre zu planen. Auch personelle Veränderungen gab es einige. Einige Kameraden die zu DDR-Zeiten im Ort oder in der näheren Umgebung arbeiteten, wurden durch Betriebsstilllegungen arbeitslos und mussten fortan in die alten Bundesländer, um einer Tätigkeit nachzugehen. Die Einsatzbereitschaft war zu bestimmten Zeiten nicht immer gegeben, die Schulung in technischer als auch in theoretischer Hinsicht war unzulänglich.
Hoffnung auf Änderung versprach man sich mit der Erschließung eines Gewerbegebiets und der damit verbunden Schaffung von Arbeitsplätzen in Schwallungen.
Rasch erkannte man, dass trotz der politischen Wende, die Einsatzbereitschaft der Wehr nie in Frage gestellt werden darf. Es vollzogen sich auf allen Ebenen, vom Land Thüringen bis in jede Gemeinde des Freistaats, personelle Umbesetzungen, die angefangen von Gesetzen und Richtlinien bis hin zu Schulungs- und Einsatzplänen, alles daran setzten, die Feuerwehren auszurüsten und auszubilden, damit sie ihre vier Hauptaufgaben „retten, löschen, bergen, schützen“, erfüllen können.
Viel Neues kam auf die Kameraden der Wehr zu, deshalb suchte man verständlicher Weise Rat bei Feuerwehren die schon Jahre lange Erfahrungen mit der für uns Thüringer neu entstandenen Situation hatten. Hier hat sich der Kamerad Günter Fuß sehr verdient gemacht, denn er trat gleich mit 2 Feuerwehren aus dem Freistaat Bayern in Kontakt, worauf mehrere gegenseitige Besuche stattfanden.
Die eine Wehr ist aus Stockheim, ein kleiner Ort zwischen Mellrichstadt und Ostheim zu dem heute kaum noch Kontakt besteht, die 2. Wehr ist aus Abersfeld an der Bundesstasse 303, zwischen Schonungen und Hofheim gelegen, zu der wir heute noch eine freundschaftliche Verbindung pflegen. Dadurch dass diese Wehren im Vergleich zu Schwallungen doch um einiges kleiner sind, konnten nicht die erhofften Impulse bei der personellen und technischen Umstellung für unsere Wehr gegeben werden.
Auf einer Wehrleitersitzung des Altkreises Schmalkalden, wird im Oktober 1991 die Kreisjugendfeuerwehr des Kreises Schmalkalden gegründet. Die Schwallunger Feuerwehr war eine der 7 Wehren die damals die Jugendarbeit auf Kreisebene mit aus der Taufe hoben. Erst Jahre später, noch einige Zeit nach der Zusammenlegung der Kreise Schmalkalden und Meiningen, gingen die Kreisjugendfeuerwehr Schmalkalden und die Kreisjugendfeuerwehr Meiningen gemeinsame Wege.
Zur Jahreshauptversammlung im März 1992, beschlossen die Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr Schwallungen einen Feuerwehrverein zu gründen, der bereits am 19. Juni des gleichen Jahres dem Kreisfeuerwehrverband Schmalkalden beitritt. Die Gründungsurkunde sowie die Satzung sind bei den Akten des Vereinsvorsitzenden abgelegt. Auch der Wehrführer Klaus Erb bekam fortan eine andere Dienststellung zugedacht. Mit dem Zusammenschluss der Gemeinden Schwallungen, Eckardts, Zillbach und später auch Schwarzbach zur Einheitsgemeinde Schwallungen, war die Stelle eines Ortsbrandmeisters zu besetzen. Auf Grund seines feuerwehrtechnischen Wissens, der Erfahrung Menschen zu leiten und auch der Tatsache, dass er in der Gemeinde tätig war, wurde er vom Bürgermeister zum Ortsbrandmeister ernannt.
Nicht die vielen personellen Veränderungen in der Wehr, sondern viele Veränderungen im Ortschaft selber, machten es erforderlich, die Schwallunger Feuerwehr technisch aufzurüsten. Das mit einer Größe von ca. 20 ha neugeschaffene Gewerbegebiet, die Festlegung das Schwallungen ein Gymnasium erhält, der Verlauf einer Bundesstasse durch den Ort sowie der Status einer Einheitsgemeinde mit den Ortsteilen Zillbach und Eckardts (später auch Schwarzbach) waren Gründe die nach der Anschaffung eines geeigneten Löschfahrzeugs verlangten.
Nach der Thüringer Feuerwehrorganisationsverordnung, kaufte die Gemeinde Schwallungen ein Löschgruppenfahrzeug vom Typ „LF 16/12“, aufgebaut auf einem Mercedesfahrwerk.
Durch die Erweiterung des Fuhrparks (2 Löschfahrzeuge), entschloss sich die Gemeinde schon 1992, wohl nicht zuletzt auch wegen der zugesagten Fördermittel, zu einem totalen Um- und Erweiterungsbau des Gerätehauses. Baubeginn für die geplante 2-jährige Baumaßnahme, war erst 1994. Für die gesamte Technik und Ausrüstung musste man Ab- und Unterstellmöglichkeiten finden. Die persönliche Schutzausrüstung hatte jeder Kamerad zu Hause. LF 8 und Schlauchhänger standen in einer Garage der ehemaligen LPG, das LF 16/12 war auf dem Grundstück der Kameraden Günter und Frank Pfannstiel abgestellt, der Rest war in einen gemeindeeigenem Lager untergestellt worden.
Das komplette leer räumen des Gerätehauses war unumgänglich, wurde dieses doch bis auf 3 Außenwände total abgerissen. Danach mussten die Fundamente verstärkt werden, da der Plan ein Obergeschoss, für einen großen Vereinssaal mit Küche, 1 Büro für die Wehrleitung, für Damen und Herren getrennte WC und einen Jugendfeuerwehrraum, vorsah. Anders als beim Gerätehausbau 1976, mussten diesmal fast alle Bauarbeiten von Firmen durchgeführt werden. Diese Auflage war bei der Vergabe der Fördermittel festgeschrieben worden. Die Eigenleistungen beschränkten sich auf Reinigungsarbeiten und auf das Einräumen der Inneneinrichtung, der Technik und Ausrüstung. Die Bausumme belief sich einschließlich der Fördermittel auf 1.019.706,78 DM.
Eine weitere nennenswerte Anschaffung im Jahr 1994 war unsere Vereinsfahne. Nachdem ein geeigneter Hersteller gefunden war, kamen im Juli bereits die ersten Skizzen und Vorschläge, mit den damit verbundenen Kosten, vom Werk.
Schnell erkannte man, dass diese Fahne nicht aus eigenen Mitteln zu finanzieren war.
Auf anraten stellte die Vereinsleitung einen Antrag an die Thüringerstaatskanzlei z. Hd. Herrn Finanzminister Trautvetter, auf Unterstützung aus Mitteln von Lotterieeinnahmen. Von dieser Stelle wurde uns ein Zuschuss von 6.300,- DM gewährt, so dass die Fahne am 22. September in Auftrag gegeben werden konnte. Der Gesamtpreis belief sich auf 8.645,- DM.
Nachdem meterhohe Flammen aus mehreren Gebäuden im „Oberdorf“ von Schwallungen geschlagen sind, liefen etliche Notrufe auf der Leitstelle Schmalkalden-Meiningen ein. Die Leitstelle erkannt sofort das Ausmaß des Brandes und aktivierte über Funksteuerung die Sirene in Schwallungen sowie die Wehren aus Wernshausen und Schmalkalden, die sich mit umfangreichen Kräften auf den Weg nach Schwallungen machten.
Die Kameraden aus Schwallungen waren auf Grund der wöchentlichen Dienstagsschulung im Gerätehaus als der Alarm erschellte. Ein erster Blick vom Gerätehaus in Richtung des weit sichtbaren Feuers lies schlimmes befürchten. Das LF 16/12 rückte nur wenige Zeit später in Richtung Einsatzstelle aus, was sich im Nachhinein als sehr positiv erwies, da der Zeitfaktor eine entscheidende Rolle spielte. Ein weiterer unterstützender Faktor war, dass während des Brandes nahezu Windstille herrschte und so die Flammen und Funken senkrecht nach oben und nicht direkt in die Nachbargebäude abgelenkt wurden. Nach dem Eintreffen am Einsatzort wurde sofort von Gruppenführer Frank Rumpel die richtige taktische Entscheidung getroffen, dass am dichtesten (nur 30 cm entfernt) und dem heißesten Brandherd ausgesetzte Wohnhaus (an dem Weg der zur alten Post führt) vor einem Übergreifen der Flammen mit 2 C-Strahlrohren und 1 B-Rohr zu schützen. Zugleich wurde die ältere Bewohnerin aus dem Haus umgehend in Sicherheit gebracht und in die Hände des Rettungsdienstes zur medizinisches Untersuchung übergeben. Als Wasserversorgung diente ein Hydrant der glücklicherweise, und dies war nur in wenigen Bereichen von Schwallungen so, genügend Fördermenge und Druck lieferte. Als sehr problematisch erwies sich, dass ungünstigerweise das Schwallunger LF 8 - TS 8 - STA (LO) am 25.03.2008 zur Modernisierung nach Zittau überführt wurde. Das geländegängige Fahrzeug wird im Normalfall dazu genutzt, eine Schlauchleitung von der Werra zum Brandobjekt zu verlegen, so dass eine unerschöpfliche Wasserentnahmestelle zur Verfügung steht. Da das Fahrzeug nicht verfügbar war, wurde der Schlauchtransportanhänger von einem ca. 400m entferntem Hydranten (direkt am Gerätehaus) per Hand zum Brandobjekt gezogen und so über die ausgelegte Schlauchleitung ein weitere Wasserentnahmestelle für das LF 16/12 erschlossen.
Einsatztaktisch ist festzuhalten, dass keine Personen verletzt wurden und in Anbetracht des Ausmaßes des Brandes keine größeren Schäden an Wohnhäusern entstanden sind.
Als negativ ist der sehr große Andrang von Schaulustigen und Gaffern zu nennen. Nicht nur das die Straßen von Personen aus Schwallungen und anderen Ortschaften dicht gefüllt waren und so die Anfahrt der Feuerwehren behinderten, auch brachten es Passanten fertig, zwischen den Einsatzfahrzeugen und Schläuchen, ja sogar im direkten Gefahrenbereich herab fallender Trümmer umherzubummeln. Allen Einsatzkräften und auch Schwallungern, die das Brandobjekt gesehen haben, ist klar, das dieses Feuer schnell zu einem anderen, sehr ungünstigeren Ausgang hätte führen können. Gute Ausrüstung und gute Ausbildung der Feuerwehreinsatzkräfte haben sich hier zum Wohle der Schwallunger Gemeinde effektiv ausgezahlt und maßgeblich dazu beigetragen, dass dieser für Menschenleben als auch für „Hab und Gut“ gefährlichste Brand in Schwallungen seit Jahrzehnten ein glimpfliches Ende für alle Beteiligten gefunden hat.
Das Schwallunger LF 8 - TS 8 - STA wurde am 28.12.1982 in Betrieb genommen. Baubedingt und durch das hohe Alter ergaben sich insbesondere in der letzten Zeit vor der Umrüstung schwere verkehrstechnische Schwachstellen. Da sich dies bereits lange im Vorfeld angekündigt hatte, war die Wehrleitung der Freiwilligen Feuerwehr Schwallungen seit dem Jahr 2003 bemüht, den Gemeinderat zu überzeugen, eine Lösung für dieses sich stetig verschlechternde Problem zu finden. Im Oktober 2007 entschloss sich der Gemeinderat letztendlich für den Vorschlag der Wehrleitung, den alten „LO“ modernisieren zu lassen.
Damit bleiben die unschlagbaren feuerwehrtaktischen Vorteile des Fahrzeuges hohe Geländefähigkeit, Transport einer vollständigen Löschgruppe (9 Personen), Fahren des Fahrzeuges mit einem 7,5 Tonnen PKW-Führerschein und Transport eines vollständigen Satzes an Löschgerät, inklusive einer mobilen Pumpe (Tragkraftspritze 8/8) und eines Schlauchtransportanhängers mit 640 Meter B-Schlauch erhalten.
Am 25. März 2008 erfolgte schließlich der Transport des Fahrzeuges nach Zittau an die polnisch/tschechische Grenze. Die feuerwehrtechnische Beladung wird vom „LO“ abmontiert und im Gerätehaus verstaut. Nur die fahrzeugtechnischen Eigenschaften werden in Zittau modernisiert.
Der zum LF 8 - TS 8 gehörende Schlauchtransportanhänger (STA) fasst 640 Meter B-Schlauch, wurde zunächst im Gerätehaus vom Rost befreit, gespachtelt und grundiert. Anschließend erhielt er im Bauhof der Gemeinde eine neue Lackierung.
Am 18. Juni 2008 war es soweit! In den frühen Morgenstunden startete eine Gruppe, darunter vier Maschinisten, um das modernisierte LF 8 - TS 8 - STA zurück nach Hause zu holen.
Nachdem das Fahrzeug am späten Mittwochabend im Gerätehaus abgestellt wurde, machten sich die Kameraden am Donnerstag, Freitag und Samstag daran, die Technik und Geräte wieder aufzuladen.
Der „LD“ beinhaltet eine Fronteinbaupumpe mit einem Nennförderstrom von 800 Litern/Minute (LF 8) und eine Tragkraftspritze mit ebenfalls einem Nennförderstrom von 800 Litern/Minute (TS 8). An das Fahrzeug wird der Schlauchtransportanhänger (STA) mit 640 Metern B-Schlauch angekuppelt.
In Folge starken Tauwetters nach überdurchschnittlich starkem Schneefall in den vorangegangenen Wochen verbunden mit starken Niederschlägen kam es auch in Schwallungen, wie im gesamten Flusslauf der Werra, zu einer umfangreich ausgeprägten Hochwasserlage.
Donnerstag, 13.01.2011, 20.30 Uhr - Beginn des Einsatzes:
Das Hochwasservorwarnsystem meldet per SMS die Überschreitung des Pegels in Meiningen um den Wert der Alarmstufe 2 (325 cm) mit der Tendenz "Pegel steigend". Entsprechend der Alarm- und Ausrückeordnung (AAO) hält sich die Feuerwehr daraufhin zur Hochwasserabwehr bereit und führt Kontrollfahrten in der Ortslage durch. Der ebenfalls verständigte Bauhof füllt erste Sandsäcke und sichert die für diesen Pegel kritischen Punkte ab.
Freitag, 14.01.2011, 07.00 Uhr:
Der Pegel in Meiningen ist weiter gestiegen. Die ersten Feuerwehreinsatzkräfte sichern mit Sandsäcken das Bürgerzentrum ab und bauen eine lückenlose Überwachung des Werrasportparkdammes auf. Gegen 14.00 Uhr wurde die Feuerwehr vom Kindergartenpersonal verständigt, dass Wasser in den Keller der Kindertagesstätte eindringt. Von nun an begann eine umfangreiche Verteidigungsmaßnahme gegen die Wassermassen mit zahlreichen Pumpen.
Um 16.00 Uhr meldete das SMS-Hochwasservorwarnsystem, dass der Pegel in Meiningen den Wert der Alarmstufe 3 (375 cm) überschritten hat, Tendenz "Pegel steigend". Durch den weiter steigenden Pegel wurde klar, dass sich der Druck, der in das Kindergartengebäude eindringenden Wassermassen, ebenfalls erhöhen wird. Daraufhin wurde das Abpumpen des Wassers gestoppt und der Keller kontrolliert geflutet. In den Abendstunden verlagerte sich der Schwerpunkt der Einsatzabschnitte auf den Werrasportpark, wo es galt das Bürgerzentrum zu schützen. Da der Pegel mittlerweile 380 cm überschritten hatte (solch einen Pegelstand wurde letzmalig beim Hochwasser zu Weihnachten 1967 erreicht) war klar, dass ein brechen des Schutzdammes zur völligen Überflutung der erst neu renovierten Gebäude führen würde. In den Abendstunden wurde ebenfalls mit der Sicherung der Aula der Schule für Gesundheit und Soziales begonnen. Gegen 22.00 Uhr erreichte der Pegel in Meiningen mit 383 cm seinen Höchststand. Für die Schwallunger Kameraden wurde eine Bereitschaftsplan in Form eines Schichtplanes bis zum nächsten Morgen aufgestellt. Die einzelnen Schichten sicherten mit einem verringertem Personalansatz, welche der Entlastung der Einsatzkräfte dienen sollte, die Einsatzabschnitte "Schule", "Kindergarten" und "Bürgerzentrum" durch Überwachung und Abpumpen ab. Um 23.00 Uhr konnte erstmals die Tendenz "Pegel gleichbleibend" festgestellt werden.
Samstag, 15.01.2011, 06.00 Uhr:
Der Pegel ist über die Nacht leicht gefallen und zeigte am Morgen den Wert von 372 cm, Tendenz "Pegel fallend". Nach einer Lageerkundung durch den Einsatzleiter und den Bauhofleiter wurde für 10.00 Uhr eine Lagebesprechung aller Feuerwehrführungskräfte und der Bürgermeisterin mit weiteren Verantwortlichen durchgeführt. Um 16.00 Uhr bat ein Schwallunger Bürger darum, seine Schafe aus dem überfluteten Stall zu retten. Die Feuerwehr nutze hierfür das alte Schlauchboot und fuhr die verängstigten Tiere auf trockenes Land, wo sie ihrem Besitzer übergeben wurden.
Sonntag, 16.01.2011, 08.00 Uhr:
Der Pegel in Meiningen ist erneut über die Nacht gefallen und zeigte am Morgen den Wert von 347 cm, Tendenz "fallend". Im Laufe des Sonntags war die Feuerwehr, wie im gesamten Einsatzzeitraum zuvor auch, noch zu einigen Hilfeleistungen (Auspumpen) im Gemeindegebiet unterwegs. Um 13.00 Uhr, nach einem fast 72-stündigen, ohne Pause andauernden Einsatz meldete der Einsatzleiter der Leitstelle "Einsatz beendet".