Feuerwehrfahrzeuge und Feuerwehrtechnik der DDR in Ton und Bild
(nOSTalgie-Projekt von Feuerwehr Schwallungen online)


Einleitung

Nach der politischen Wende im Jahr 1989 wird mit der Zeit zunehmend die DDR-Technik aus den Gerätehäusern der Feuerwehren in den neuen Bundesländern ausgemustert. Diese Seite soll im Rahmen eines nOSTalgie-Projektes an Teile dieser DDR-Feuerwehrtechnik-Geschichte erinnern. Dank des Internets werden wir aber nicht nur technische Daten auflisten, sondern auch Videos mit Motor- und Betriebsgeräuschen zeigen. Denn gerade die mit der alten DDR-Technik verbundenen "Sounds" sind für jeden der schon einmal damit zu tun hatte sehr einprägsam und werden aber leider im Laufe der Jahre stückweise aus dem Feuerwehralltag verschwinden.


Direktlinks zu den bisherigen Projekten

 Feuerwehrfahrzeug "LF8-TS8-STA" auf "Robur"-Fahrgestell 
 Benzin-Elektro-Aggregat 0,63 kVA (Teil der Beladung des "LF8-TS8-STA") 
 In Planung: Tragkraftspritze TS 8/8/1,5 aus dem Hause "Jöhstadt" 


Feuerwehrfahrzeug "LF8-TS8-STA" auf Fahrgestell "Robur LO 2002 AKF/LF8-TS8"

Die Freiwillige Feuerwehr Schwallungen besitzt seit 1982 ein Löschgruppenfahrzeug vom Typ LF 8-TS8-STA auf einem "Robur LO 2002 A" Fahrgestell. Das Fahrzeug wurde im Jahr 2008 in seinen fahrzeugtechnischen Eigenschaften von der Nachfolgefirma des ehemaligen DDR-Herstellerbetriebes "VEB Robur-Werke Zittau" (heute "FBZ Zittau GmbH") grundsätzlich modernisiert (Details zur Modernisierung). Vor dem Umbau des Fahrzeugs, wurde durch die Jugendfeuerwehr Schwallungen eine letzte "nOSTalgie-Fahrt" mit dem Fahrzeug durch unsere Gemeinde Schwallungen unternommen und dabei ein Video erstellt. Hiermit sollen insbesondere die Ottomotoren-Geräusche, das einzigartige Fahrerlebnis und die Fahrzeugtechnik für die Zukunft archiviert werden und uns damit in Erinnerung bleiben.

Technische Daten
"LF8-TS8-STA" auf "Robur LO 2002 A"
(DDR-Daten und ursprüngliche Beladung)
Hersteller: VEB Robur-Werke Zittau
Spitzname: LO (luftgekühlter Ottomotor)
gesprochen: Ello
Baujahr: 1982
Motor:
Viertakt Ottomotor LO 4/2
4 Zylinder (stehend, in Reihe)
3345 cm³ Hubraum
luftgekühlt durch Axialgebläse
75 PS Leistung
Verbrauch: ca. 25-27 Liter verbleiten* Vergaserkraftstoff auf 100 Kilometer (*bzw. Bleiersatz als Zusatzmittel)
Getriebe:
5 Gang
Straßen- und Geländeuntersetzung
Allrad zuschaltbar, normal: Heckantrieb
Masse: 5500 kg (mit Nutzlast)
Besatzung: 1/8/9 (taktische Einheit: Gruppe)
Fahr-
leistungen:
75 km/h Höchstgeschwindigkeit
50% Maximalsteigung (26,6°)
90 Liter Kraftstoffbehälter
Feuerwehr-
technik:
Fronteinbaupumpe FP 8/8/3:
800 Liter/Minute bei 8 bar Ausgangsdruck und 3 Metern geodätischer Saughöhe
Tragkraftspitze TS 8/8/1,5 (s.u.):
800 Liter/Minute bei 8 bar Ausgangsdruck und 1,5 Metern geodätischer Saughöhe
Schlauchtransportanhänger STA:
640 Meter B-Schlauch für selbstständiges Auslegen in Buchten untergebracht
(Masse mit Nutzlast: 900 kg)
sonstige Beladung mit Schläuchen, Strahlrohren usw. für Aufgaben der Menschenrettung/Brandbekämpfung
BOS-Funkkennung: "Florian Schwallungen 41"
Weiterführende Links:
Technik und Beladung des modernisierten Schwallunger LF8-TS8-STA mit luftgekühlten Dieselmotor (LD)
Robur - "Eine Hommage an den Ello"
   
Video
der letzten Fahrt des LF8-TS8 mit Ottomotor
(vor dem Umbau)
Video LF 8-TS8 Robur LO 2002 A
Aufnahmedatum: 04.01.2008

Mit einer Länge von 24 Minuten erläutert der Film nicht nur die Technik und gibt die Fahrgeräusche und das Fahrerlebnis wieder, sondern zeigt auch das Fahrzeug in verschiedenen Fahrabschnitten (Starten des Motors, Schnellfahrt, leichte Geländefahrt, Steigungsfahrt, Fahrt auf der Ortsumgehung usw.) innerhalb der Gemeinde Schwallungen.

Die von uns ursprünglich eingestellte Version bzw. dieses später gefundene, vertonte Video ansehen.
Hierzu folgender Hinweis:
Beim Schneiden des Videos war zunächst geplant, die Eingangsszene und den Abspann mit dem Soundtrack einer US-amerikanischen-TV-Serie zu vertonen. Nach mehrmonatigen Bemühungen konnten jedoch bei den entsprechenden Produktionsfirmen der TV-Serie nicht die nötigen Urheberrechte zu tragbaren Kosten beschafft werden. Deshalb wurde das Video ohne die Vertonung auf eine Internetvideoplattform gestellt und ein Hinweis auf die fehlende Vertonung hinzugefügt. Zu einem späteren Zeitpunkt erschien bei der gleichen Internetvideoplattform ein nahezu identisches Video, in welchem jedoch durch uns unbekannte Dritte die Nachvertonung vorgenommen wurde. Von dieser Maßnahme distanzieren sich die Autoren dieser Webseite und des Originalvideos.


Die Fahrgeräusche des zu einem luftgekühlten Diesel (LD) modernisierten Fahrzeuges werden später Teil der Vorstellung der DDR-Tragkraftspritze TS 8/8/1,5 "Jöhstadt" sein (s.u.). Erste Klangeindrücke beinhaltet aber auch das Video von der Fahrzeugübergabe in Zittau am 18.06.2008. Für das Bildmaterial bedanken wir uns bei der "FBZ Zittau GmbH".




Benzin-Elektro-Aggregat 0,63 kVA als Stromgenerator des Beleuchtungssatzes BL 0,5 auf dem "LF8-TS8-STA"

Zur DDR-Normbeladung des Löschgruppenfahrzeuges "LF8-TS8-STA" (s.o.) gehörte auch das Benzin-Elektro-Aggregat 0,63 kVA. Es wurde als Notstromgenerator genutzt. Hauptaufgabe war der Betrieb von Scheinwerfern zur Ausleuchtung von Einsatzstellen und das Laden von (Fahrzeug)-Batterien, so dass auch bei stehendem Fahrzeugmotor und z.B. länger andauerndem Funkverkehr, der die Fahrzeugbatterien entladen hätte, die Batterieladung erhalten werden konnte. Das 12 V-Gleichspannungs-Gerät war bis zum Jahr 2000 Teil der Beladung des "LF8-TS8-STA". Da der Platz für andere Beladungsgegenstände benötigt wurde und natürlich auf dem zweiten Löschgruppenfahrzeug "LF 16/12" der Schwallunger Wehr ein modernes 230V-Notstromaggregat vorhanden ist, konnte auf die 12 V-Aggregat aus DDR-Zeiten verzichtet werden.

Technische Daten
Benzin-Elektro-Aggregat 0,63 kVA
(Gerät 8029)
Hersteller: VEB FIMAG Finsterwalde, DDR
(VEB Finsterwalder Maschinen-, Aggregate- und Generatorenwerk)
Betrieb des "VEB Kombinat Elektromaschinenbau (VEM)"
Spitzname: BEA (Benzin-Elektro-Aggregat)
Baujahr: 1982
Motor:
Hersteller: VEB Barkas-Werke (Karl-Marx-Stadt, DDR)
Zweitakt Ottomotor (Stationärmotor EL 65)
1 Zylinder (stehend)
63,7 cm³ Hubraum
luftgekühlt durch Gebläse
1,5 PS Leistung bei 3000 U/min
Seilzugstarter
Verbrauch: ca. 0,9 Liter pro Stunde (bei Volllast)
Tankinhalt: 3,2 Liter Öl-Benzin-Gemisch 1:25 (reicht für ca. 6 Stunden Betrieb bei Nennlast)
Generator:
12 V Gleichstrom-Nebenschlussgenerator (Typ: GGBS 0,63-86)
Drehzahlregelung durch Fliehkraftregler für konstante Leistungsabgabe
Gleichspannung: 12-16 V, regelbar, Spannungsanzeige vorhanden
Gleichstrom: 41,5-61 A, Stromstärkeanzeige vorhanden
Nennspannung: 12 V, Nennstromstärke: 52,5 A
Masse: 40 kg (tragbar)
Leistung: 630 Watt
Verwendung:
Nutzung von bis zu vier Arbeitsscheinwerfern (Beleuchtungssatz BL 0,5)
Ladeerhaltung der Fahrzeugbatterie des LF8-TS8-STA, z.B. bei längerem Funkbetrieb
Laden von externen 12 V Batterien
Feuerwehr-
technik*:
Der Beleuchtungssatz BL 0,5 ist die Zusammenstellung folgender Geräte:
1 Benzin-Elektro-Aggregat Typ 8029
mit:
 * 1 Vorlastwiderstand
 * 1 Regendach
 * 1 Schutzhaube
 * 1 Werkzeugtasche mit Reparaturwerkzeug
2 Arbeitsstellenscheinwerfer
(Ergänzung der Homepageautoren: 12 V / 100 W)
2 Scheinwerfergelenk
1 Leichtes Stativ
1 Verlängerungsrohr
1 Kabel 25m
1 Ladekabel
Betriebsarten*:
Schalter BEA

[Auszug] ... Am Aggregat wird vor dem Anwerfen des Motors der Schalter auf "Aus" geschaltet und nach dem richtigen Lauf des Aggregats auf "Verbraucher" umgeschaltet.
Die Drehzahl des Aggregats regelt sich in Abhängigkeit von der Belastung. Somit wird immer eine konstante Spannung erzeugt. ...
Wird das Aggregat zum Laden von Batterien verwendet, so ist beim Anschluss unbedingt auf die Polarität zu achten, da sonst die im Gerät eingebaute Streifensicherung (50 A) schmilzt.
Da in den meisten Fällen die Batterie noch eine gewisse Kapazität hat, kann das Aggregat nach Anschluß der Ladekabel mit der Batterie gestartet werden. Dazu muss der Schalter auf "Start" geschaltet werden, und dann kann durch Drücken des "Startdruckschalters" das Aggregat gestartet werden. Danach ist der Schalter auf "Ladung" umzuschalten.
Reicht die Kapazität der Batterie nicht mehr zum Starten aus, so ist das Gerät mit der "Startvorrichtung" anzuwerfen. ...
Wird die Fahrzeugbatterie in eingebautem Zustand geladen, so darf die Ladestromstärke durch die zulässige Belastung der Ladesteckdose nur max. 10 A betragen. ...
Nach erfolgter Ladung muß vor dem Abklemmen der Kabel das Aggregat auf "Aus" geschaltet werden.
Achtung: Ladekabel nicht unter Last abklemmen - Explosionsgefahr durch Ladegase. ...

Quelle:
*...Dokumentation für Löschgruppenfahrzeug LF8-TS8 als Mehrzweckfahrzeug geeignet, Kapitel 5.5. "Bedienung des Beleuchtungssatzes BL 0,5" (VEB Feuerlöschgerätewerk Görlitz, Betrieb des IFA-Kombinats, Spezialaufbauten und Anhänger, Ausgabe 1980).
Weiterführende Links:
"Stationärmotor EL 65" auf "www.crazybikes.net"
   
Video
zu den Verwendungsmöglichkeiten des Notstromaggregates
BEA 0,63 kVA
Video BEA 0,63 kVA
Aufnahmedatum: 07.02.2010

Mit einer Länge von 10 Minuten erläutert der Film nicht nur die Technik und gibt die Geräusche des Aggregates wieder, sondern zeigt auch verschiedene Betriebsarten und vermittelt einen Eindruck über die Verwendungsmöglichkeiten.

Ein Dank geht an das Projektteam Sascha Eichhorn, Tobias Erb, Andreas Jacob und Marcus Rumpel sowie an Kameramann Ben Bodenstein. Insbesondere hatten Andreas, Sascha und Marcus die Aufgabe, den Motor des ausgemusterten Aggregates vor den Videoaufnahmen so weit in Stand zu setzen, dass eine Demonstration der grundsätzlichen Funktionen möglich ist.




Tragkraftspritze TS 8/8/1,5 "Jöhstadt"

In Planung... Freuen Sie sich auf einen Videofilm zu dem sehr hörenswerten Wasser-Ansaugvorgang und der Wasserförderung der alten DDR-Feuerwehr-Tragkraftspritze aus dem Hause "Jöhstadt".





Text und Copyright: Tobias Erb, Freiwillige Feuerwehr Schwallungen (Thüringen)
Stand: 09.07.2008; 1. Update: 20.02.2010
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