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Geschichte des Feuerlöschwesens in Schwallungen - Brandkatastrophe am 8. November 1894
8. November 1894 - der Tag der größten Feuerkatastrophe die Schwallungen je heimsuchte
Großfeuer in Schwallungen
Am 08. November 1894 wurden die Bewohner des Ortes gegen 1 Uhr in der Nacht von der hiesigen
Sturmglocke und durch laute "Feuer" ? Rufe aus ihrem Schlaf gerissen. Die damalige Tageszeitung
"Der Thüringer Hausfreund" schrieb einen Tag später:
"Das schon gestern gemeldete Großfeuer, welches in dem benachbarten Schwallungen ausgebrochen
ist, dürfte mit Ausnahme des im Jahre 1874 in Meiningen ausgebrochene Schadensfeuer, in der
ganzen Umgegend kaum seines gleichen finden."
Es war bis heute die größte belegbare Katastrophe die Schwallungen je heimsuchte. In einer Nacht
fielen 156 Wohnhäuser, Scheunen, Stallungen und andere Nebengebäude den Flammen zum Opfer.
Fast 60 Familien wurden obdachlos.
Begünstigt durch den in dieser Nacht vorherrschenden starken Wind aus Richtung Wasungen und den
mit Heu und Stroh gefüllten Scheunen sowie der Bauweise der Gebäude, konnte sich der Brand so
rasch ausbreiten, dass der genaue Entstehungsort nicht genannt werden kann. In einigen
Zeitungen wird vermutet, dass der Brand bei den Landwirten Rommel und Schleicher ausgebrochen
sei, andere nennen die Namen Krech und Rumpel. Alle genannten wohnten jedoch am Ende des Ortes
rechts der Landstraße nach Wasungen. Folglich wäre das Feuer dort ausgebrochen, wo heute die
Familien Rudi Rupp, Rainer Rommel oder Egon Eberwein wohnen.
Der starke Sturm in jener Nacht trug die Funken und brennenden Holzteile auch zu Häusern und
Scheunen, die weitab vom eigentlichen Brandherd lagen. In nur wenigen Stunden stand das
ganze mittlere Dorf in Flammen. Den Feuerwehrleuten bot sich ein katastrophales Bild,
brannten doch auf einmal weit über 100 Gebäude. Da die Löschversuche aussichtslos waren,
beschränkte man sich darauf, eine weitere Ausbreitung zu verhindern.
Gegen 4 Uhr hatte das Feuer seine größte Kraft erreicht. Inzwischen waren auch Feuerwehren
aus den benachbarten Orten herbeigeeilt um noch zu Retten was noch zu Retten war. Die erste
Spritze, welche von auswärts auf der Brandstätte erschien, war die der Feuerwehr von
Niederschmalkalden. Im ganzen waren 10 Spritzen eingetroffen und zwar aus Herrenbreitungen,
Fambach, Mittelschmalkalden, Wasungen, Zillbach, Bonndorf, Wernshausen und 2 aus Meiningen.
Um 8 Uhr morgens konnte man sagen, dass das Feuer in seiner umfangreichen Ausdehnung unter
Kontrolle war. Nun, in der Morgendämmerung, war das Ausmaß der Katastrophe zu überblicken.
Zwischen den Rauchschwaden und den Trümmern sah man Feuerwehrleute die noch immer mit
Lösch- und Einreißarbeiten beschäftigt waren. überall standen Möbel, die vor den Flammen
gerettet wurden und dazwischen immer wieder weinende Frauen und Kinder sowie erschöpfte
und ratlose Männer.
Außer zwei Stieren, einer Kuh und einigem an Kleinvieh, wie Kaninchen und Geflügel,
konnte alles Leben gerettet werden. Doch der Verlust an Wintervorräten für Mensch und
Tier war so groß, dass der bis dato als vermögend geltende Ort in wenigen Stunden auf
Spenden benachbarter Gemeinden angewiesen war. Nicht jeder hatte damals eine Versicherung
und so mancher verfiel in tiefe Armut.
Weitere Ausführungen zum Brandgeschehen sind in der Anlage zu unserer Chronik
"Geschichte des Feuerlöschwesens von Schwallungen" im Feuerwehrgerätehaus einzusehen.
Allen Angaben liegen Berichte aus den Tageszeitungen "Schmalkalder Tageblatt",
dem "Thüringer Hausfreund" vom 08., 09. und 10.11.1894 und der hiesigen
Ortschronik zu Grunde.
Die folgende Grafik gibt einen besseren Überblick über das Ausmaß der
Schäden. Alle schraffiert gekennzeichneten Häuser sind den Flammen zum
Opfer gefallen. Die als Judengasse bezeichnete Straße ist die heutige
Eisenacher Straße.
Skizze des "Dorfes". Die schraffierten Häuser sind abgebrannt. Der Pfeil rechts unten gibt die Windrichtung an.
Der Brand brach unglücklicherweise bei den Häusern aus, auf die der Pfeil zeigt.
Es folgen 3 Bilder, welche einen Eindruck über die Zerstörung geben...
Blick von der alten Getreidemühle in Richtung Kirche.
Blick entlang der heutigen Eisenacher Straße in Richtung "Freihof".
Einreiskommandos beseitigen Trümmer. Blick von der heutigen Werrabrücke in Richtung Kirche.
| Quellen: |
wurden im Text angegeben
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Text und Recherchen: |
Chronist der Feuerwehr Schwallungen, Frank Gramann
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| Bilder: |
Lageplan: Beilage des "Thüringer Hausfreundes"
Fotos: Privateigentum eines Einwohners aus dem "Bach". Vielen Dank für das zur Verfügung stellen!
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| Stand: |
19.07.2004 |
Text: Tobias Erb
Stand: 18.06.2011