Funktionsbezeichnungen und Helmkennzeichnungen in der Einsatzabteilung

Die unten gezeigten Kennzeichnungen waren vom 13.08.1992 bis zum 21.01.2009 (Inkrafttreten der überarbeiteten Thüringer Feuerwehr-Organisationsverordnung) gültig.
Die aktuell gültigen Richtlinien zur Kennzeichnung von Führungskräften im Einsatz werden hier beschrieben.


Originaltext des Homepageartikels:

Da während eines Einsatzes die Aufgabenverteilung innerhalb der ausgerückten Einheiten (u.a. Gruppe, Zug) klar sein muss, hat jeder Feuerwehrmann entsprechend seiner Qualifikation eine bestimmte Funktion. Die Funktion wird durch rote Streifen/Punkte an beiden Seiten des Feuerwehrschutzhelmes verdeutlicht.

Im Folgenden sind die Funktionsbezeichnungen der Freiwilligen Feuerwehren im Bundesland Thüringen dargestellt und erläutert.
Quelle der Bilder und Funktionsbezeichnungen: Thüringer Feuerwehr-Organisationsverordnung (ThürFwOrgVO) vom 13. August 1992

Seitenansicht des Feuerwehrschutzhelmes
Funktionsbezeichnung
Erläuterung

Helm ohne Kennzeichnung
  • Truppmann oder
  • Truppführer
Ein Truppmann und ein Truppführer bilden zusammen einen Trupp (nicht im Sinne einer taktischen Einheit) und führen die gestellte Aufgabe gemeinsam aus. Hierbei hat der Truppmann den Anweisungen des Truppführers zu folgen.
Der Helm von Truppmännern und Truppführern wird nicht gekennzeichnet, da es sich nicht um Führungskräfte handelt.

Helm mit einem kurzen roten Streifen
  • Gruppenführer oder
  • stellvertretender Wehrführer
Der Gruppenführer befehligt eine komplette Gruppe. Diese setzt sich aus dem Maschinisten, dem Melder, 3 Trupps und ihm selbst zusammen (9 Personen).
Die Bezeichnung „stellvertretender Wehrführer“ kennzeichnet eine Dienststellung in einer Feuerwehr.

Helm mit 2 kurzen roten Streifen
  • Zugführer oder
  • Wehrführer oder
  • stellvertretender Ortsbrandmeister oder
  • stellvertretender Stadtbrandinspektor
Der Zugführer befehligt einen Zug, welcher aus einer Gruppe und weiteren Feuerwehrleuten und Fahrzeugen besteht. Der "Standardzug" setzt sich dabei aus 2 Gruppen (je 9 Personen) und einem Zugtrupp (1 Zugführer, 1 Gruppenführer zur besonderen Verwendung, 1 Maschinist und 1 Melder) und den entsprechenden Fahrzeugen zusammen (insgesamt 22 Personen).
Die anderen Bezeichnungen kennzeichnen die Dienststellungen in der Gemeinde- beziehungsweise Stadtfeuerwehr unter Berücksichtigung der Struktur des Ortes.

Helm mit einem rundumlaufenden roten Streifen
  • Leiter einer Stützpunktfeuerwehr oder
  • Ortsbrandmeister oder
  • Stadtbrandinspektor
Diese Bezeichnungen kennzeichnen die höchsten Dienststellungen in der Gemeinde- beziehungsweise Stadtfeuerwehr unter Berücksichtigung des Aufgabengebietes und Wirkungsbereiches der Feuerwehr.

Helm mit 2 rundumlaufenden roten Streifen
  • Kreisbrandinspektor oder
  • Stadtbrandinspektor/stellvertretender Stadtbrandinspektor in Städten ohne Berufsfeuerwehr und mit mehr als 50.000 Einwohnern
Diese Bezeichnungen kennzeichnen die höchste Dienststellung in einem Landkreis beziehungsweise in den entsprechenden Städten.

Helm mit einem roten Punkt
  • Atemschutzgeräteträger
Eine Sonderfunktion, die einen Feuerwehrmann durch ein gesundheitliches Attest und durch die entsprechende Ausbildung dazu befähigt, einen Pressluftatmer mit Atemschutzmaske zu tragen. Der rote Punkt wird zusätzlich neben der eigentlichen Funktionsbezeichnung am Feuerwehrschutzhelm befestigt.
Hinweis: Pressluftatmer sind eine der wichtigsten Gerätschaften der Feuerwehren, da bei jedem Brand giftige Rauchgase entstehen.


Der Feuerwehrschutzhelm ist aus Sicherheitsgründen mit einer reflektierenden Oberfläche versehen. Zusätzlich liegt um den gesamten Helm ein weißer Reflexionsstreifen, um gerade bei Nachteinsätzen gute Sichtbarkeit der Feuerwehrleute zu gewährleisten.

Die Funktionsbezeichnungen und die damit verbundenen Kennzeichnungen am Feuerwehrschutzhelm werden nur an Kameraden der Einsatzabteilung vergeben, welche die entsprechenden Lehrgänge mit Erfolg abgeschlossen haben. Neben den oben beschriebenen Funktionsbezeichnungen gibt es noch viele Sonderfunktionen, die für die Feuerwehrarbeit unentbehrlich sind, aber nicht am Feuerwehrschutzhelm gekennzeichnet werden. Hierzu zählen unter anderem die Ausbildung zum Maschinisten und Funker oder die Schulung zum Umgang mit gefährlichen Stoffen und Gütern. Die verschiedenen Lehrgänge werden im eigenen Landkreis und an Landesfeuerwehrschulen durchgeführt. Die Landesfeuerwehr- und Katastrophenschutzschule des Bundeslandes Thüringen befindet sich im Ortsteil Pohlitz der Stadt Bad Köstritz.