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Alarmierungskette
Nachdem Sie über den
europaweit einheitlichen
Notruf 112 (in manchen Gebieten für medizinische Hilfe 19222) Hilfe angefordert haben, koordiniert die
zuständige Leitstelle die Rettungsmaßnahmen. Entsprechend der Art ihres Notruf werden Notarzt, Rettungswagen,
Hubschrauberrettung, Feuerwehr, Polizei, ortsansässige Ärzte, Fachpersonal für Gas, Wasser, Elektrizität und andere
Stellen alarmiert. Der Sitz der Leitstelle für
den Landkreis Schmalkalden-Meiningen ist die Kreisstadt Meiningen.
Die Alarmierung der Feuerwehren durch die Leitstelle kann über verschiedene Methoden erfolgen.
Funkmeldeempfänger ("Piepser"):
Eine Methode ist die Alarmierung über tragbare Funkmeldeempfänger (FME) oder
digitale Meldeempfänger (DME).
Im Einsatzfall werden die "Piepser" durch die Leitstelle ausgelöst.
Diese Geräte gibt es in unterschiedlichen Ausführungen. So machen manche durch
"piepen" auf sich aufmerksam, andere können Textmeldungen empfangen
und wieder andere Sprechfunk, wodurch die Feuerwehreinsatzkraft sofort über die Art des
Einsatzes informiert wird.
Sirene:
Eine weitere Methode ist die Alarmierung über Sirene. Diese wird bei Feuerwehren mit hoher
Einsatzfreqenz in den meisten Fällen nicht angewendet, um eine Lärmbelästigung der
Bevölkerung auszuschließen. Die Sirenen werden ebenfalls von der Leitstelle über Funk
ausgelöst.
Um Störungen an den Sirenen schnell festzustellen, wird im Landkreis Schmalkalden-Meiningen, und damit auch
in der Ortschaft Schwallungen, immer mittwochs um 15.00 Uhr ein Probealarm (Dauerton von 20 Sekunden Länge)
ausgelöst.
Die Sirenen sollen aber nicht nur die Feuerwehrleute zum Einsatz "rufen", sondern auch die Bevölkerung vor
Gefahren warnen. Aus diesem Grund gibt es eine Reihe verschiedener
Signalfolgen. Diese werden aber nur in
Ausnahmefällen eingesetzt. Zusätzlich geben die Behörden in solchen Situationen Informationen über Rundfunk
und Fernsehen sowie über Lautsprecherdurchsagen der Polizei/Feuerwehr heraus.
Im Landkreis Schmalkalden-Meiningen ist momentan nur möglich, dass die Sirenen das Signal "Feueralarm"
wiedergeben können. Als nach der Wende die Sirenen auf Funkauslösung umgestellt wurden, sind
für die anderen Signale keine separaten Funkmeldeempfängereinheiten installiert worden.
Man hat Kosten und Nutzen abgewogen.
Zusatzinformationen:
Eine Standard-Motorsirene von dem in Deutschland viel verwendeten Typ E57 heult mit einem Schalldruckpegel
von 101 dB in 30 Meter Entfernung und einer Tonhöhe von 420 Hz bei 2800 Umdrehungen pro Minute (bei 9 Luftschaufeln).
Der Ton ist in ländlichen, dünnbesiedelten Gebieten, ohne Wind, in 600 m Entfernung mit ca. 70 dB hörbar.
Pneumatische Sirenen, auch Hochleistungssirenen (HLS) genannt,
erzeugen 20 Meter von der Sirene entfernt einen Schalldruckpegel von etwa 130 dB und der Ton ist noch in einer
Entfernung von 12 km zu hören. Die "Weckentfernung" beträgt hier, je nach Wind, 6-8 km.
Einordnung des Schalldruckpegels: (Es liegt eine logarithmische Skaleneinteilung zu Grunde.)
- 134 dB: Schmerzgrenze
- 130 dB: Düsenflugzeug in 100m Entfernung
- 100 dB: Preßlufthammer in 1m Entfernung oder Schalldruckpegel in Diskotheken
- 70 dB: PKW in 10m Entfernung
- 50 dB: normale Unterhaltung in 1m Entfernung
Ihren Namen erhielt die Sirene 1819 von dem französischem Physiker und Ingenieur Charles Cagniard de la Tour, der damit an die Sirene aus der griechischen Mythologie anknüpfte.
Weiterführende Links:
-
Mehr zu Sirenentypen und Lautstärken [Wikipedia].
-
Auflistung der Sirenensignale
SMS:
Diese Methode nutzt das bestehende SMS-Netz, ist jedoch als einziger Alarmierungsweg nicht zugelassen,
da die SMS-System nicht ausfallsicher (z.B. Silvester, Großschadenslage) sind.
Im Feuerwehrgerätehaus wird hierfür ein Gerät installiert,
welches einen Funkmeldeempfänger, einen Computer und ein Handy enthält. Die Leitstelle kann den Funkmeldeempfänger
über den normalen Alarmierungsweg auslösen. Der eingebaute Computer verschickt nun über das Handy an alle in einer
Datenbank gespeicherten Feuerwehreinsatzkräfte die Alarmierungs-SMS.
Lesen Sie hier, wie die
Alarmierung der Feuerwehr Schwallungen erfolgt.
Überblick über die Sirenensignale
| Im Frieden |
Grund für Sireneneinsatz Was Sie u.a. tun sollten.) |
Sirenengeräusch |
Signalsymbol |
allgemeiner Notstand
(Rundfunkgeräte anschalten und auf Durchsagen achten.) |
1 Minute Heulton |
/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\ |
Feueralarm
(Einsatzkräfte nicht behindern.) |
1 Minute Dauerton, der 2 mal unterbrochen ist |
=== === === |
Katastrophenalarm
(Aufforderungen der Behörden folgen.) |
1 Minute Dauerton, der 2 mal unterbrochen ist;
danach 12 Sekunden Pause und anschließend 1 Minute Dauerton |
=== === === ========== |
Im Verteidigungsfall (wird ausgerufen) |
Grund für Sireneneinsatz Was Sie u.a. tun sollten.) |
Sirenengeräusch |
Signalsymbol |
Luftalarm
(Rundfunkgeräte einschalten und auf Durchsagen achten.) |
1 Minute Heulton |
/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\ |
ABC - Alarm
(Rundfunkgeräte einschalten und auf Durchsagen achten.) |
1 Minute Heulton, der 2 mal unterbrochen ist;
nach 30 Sekunden Pause Wiederholung |
/\/\/\ /\/\/\ /\/\/\
/\/\/\ /\/\/\ /\/\/\ |
Entwarnung
(Rundfunkgeräte einschalten und auf Durchsagen achten.) |
1 Minute Dauerton |
========== |
Hinweis
(Stand: 20.03.2003)
Im Landkreis Schmalkalden-Meiningen ist nur das Sirenensignal "Feueralarm" verfügbar.
Sicherlich ist dies aber nicht nur in diesem Landkreis so.
Nach der Wende wurden nach Abwägung der Kosten und der Sicherheitslage die Sirenen nicht
so nachgerüstet, dass sie die anderen Sirenengeräusche erzeugen können.
Es ist prinzipiell geplant die Bevölkerung über Radio, Fernsehen und Lautsprecherdurchsagen
zu informieren. In einer akuten Notlage würde man allerdings die Sirenen dazu benutzen,
mehrmals das Signal "Feueralarm" hintereinander zu erzeugen. Dies soll die Aufmerksamkeit
der Bevölkerung wecken, so dass die Bürger ihre Rundfunkgeräte einschalten und über diese
dann weiter informiert werden.
Text: Tobias Erb
Stand: 15.06.2011