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Erste Hilfe
Hinweis:
Das Redaktionsteam dieser Homepage versucht stets die neuesten rettungsmedizinischen Erkenntnisse einfließen zu
lassen. Als Informationsquelle stehen uns hierbei qualifizierte Rettungssanitäter des DRK zur Seite. Insbesondere
möchten wir uns bei Lehrrettungsassistentin Claudia Böhm und Rettungsassistent Marco Amborn (
DRK Ortsverein Niederschmalkalden) herzlich bedanken.
Keinesfalls ersetzt diese Seite einen Erste-Hilfe-Lehrgang. Man kann lediglich sein erworbenes Wissen auffrischen.
Viele nützliche Informationen finden Sie auch beim
Online Angebot des DRK.
Letzte Aktualisierung/überprüfung: 01.03.2011 (Tobias Erb, Marco Amborn)
Ablaufschema "Auffinden einer Person"
Ablaufschema "Auffinden einer Person".
Copyright (c) 2011: Feuerwehr Schwallungen online.
Atmung durch "Sehen-Hören-Fühlen" überprüfen
- Man beobachtet den Patienten so, dass man SEHEN kann, ob sich der Brustkorb hebt oder senkt.
- Dabei bringt man sein Ohr so über den Mund (die Nase) des Patienten, dass man auch HÖREN kann, ob der Patient ein- oder ausatmet.
- Weiterhin legt man eine Hand auf den Brustkorb des Patienten, um zu FÜHLEN, ob sich der Brustkorb hebt und senkt.
Alle 3 Maßnahmen müssen gleichzeitig erfolgen. Trifft eines der Anzeichen sicher zu, bedeutet dies, dass der Patient noch normale Atmung hat. Z.B. Schnappatmung ist keine normale Atmung!
Nach rettungsmedizinischen Erkenntnissen, wird der Puls nicht mehr gefühlt. Grund ist,
dass viele Ersthelfer beim Ertasten Fehler machen. So wird z.B. vielfach der eigene Puls gefühlt und folglich keine
Herzdruckmassage durchgeführt.
Ein Notruf über europaweit 112 muss die 5 Fragen mit "W" in folgender Reihenfolge beantworten
- Wo ist es passiert?
- Was ist passiert?
- Wieviele Verletzte/Erkrankte?
- Welche Art von Verletzungen/Erkrankungen?
- Warten auf Rückfragen!
Zusätzlich ist es sinnvoll, noch zu übermitteln:
- wer den Unfall meldet und
- wann es geschehen ist
stabile Seitenlage
Die stabile Seitenlage wird immer dann durchgeführt, wenn der Patient ohne Bewusstsein, jedoch die Atmung
(noch) normal vorhanden ist. Dieser Zustand ist
lebensbedrohlich, da in der Bewusstlosigkeit die Zungenmuskeln erschlaffen, wodurch die Zunge in den Rachen fällt.
Der Patient kann hierdurch nicht mehr atmen, was ohne schnelle Hilfe zum Tod führt. Weiterhin kann er auch
an Erbrochenem ersticken. Die stabile Seitenlage verhindert dies.
Wenn der Patient auf dem Rücken liegt, wird er wie folgt in die stabile Seitenlage gebracht:
- Setzen Sie sich neben den Patienten. Nehmen Sie bei Brillenträgern die Brille ab.
- Winkels Sie den Ihnen zugewandten Arm an, so dass Unterarm, Oberarm und Körper jeweils rechte Winkel bilden.
- Legen Sie den Handrücken des anderen Arms an den Hals des Patienten.
- Stellen Sie das Ihnen abgewandte Bein auf.
- Drehen Sie den Patienten auf Ihre Seite, indem Sie ihn an der von Ihnen
abgewandeten Schulter und an der von Ihnen abgewandeten Gesäßseite
mit jeweils einer Hand greifen.
- Verhindern Sie, dass der Patient instabil liegt: Bringen Sie hierfür den zuvor
rechtwinklig abgelegten Arm und das zuvor aufgestellte Bein nochmals in die entsprechenden Lagen,
wenn die Lagen beim Drehen des Patienten verschoben wurden.
- Überstrecken Sie den Kopf, da nur so eine eigenständige Atmung erreicht
werden kann.
- Legen Sie die Hand die am Hals des Patienten ist zur Stabilisation unter dessen überstreckten Kopf.
- öffnen Sie den Mund und räumen Sie diesen gegebenenfalls (u.a. Erbrochenem, Zahnspangen) frei.
- Setzen Sie den Notruf über 112 ab.
- Überwachen Sie ständig Atmung und Bewusstsein. Ändert sich hier etwas, gehen Sie
entsprechend dem Schema vor. Sorgen Sie für Wärmeerhalt.
Bei der Auswahl der Seite, auf die man den Patienten legt, sollte man darauf achten, ob Verletzungen vorliegen.
Sollte z.B. aber der rechte Lungenflügel verletzt sein und Luft hörbar (durch ein Pfeifen) nach Außen
treten, wird der Patient auf die verletzte Seite gelegt. Hierdurch wird die Funktion des gesunden Lungenflügels
erleichtert.
Schock
Ein Schock tritt immer dann auf, wenn es zu einem Mißverhältnis
zwischen vorhandener und benötigter Flüssigkeitsmenge,
in den meisten Fällen der Blutmenge, kommt. Ein Schock ist ein
lebensbedrohlicher Zustand und darf daher nicht unterschätzt werden.
Schockanzeichen:
- schneller und schwächer werdender Puls, schließlich kaum noch tastbar
- kalte Haut und Frieren (Schüttelfrost)
- fahle Blässe
- kalter Schweiß auf Stirn
- Teilnahmslosigkeit oder das Gegenteil, starke Aufregung
Maßnahmen bei einem Schock
- Schocklage (Beine hochlegen auf ca. 30°)
- Wärmeerhaltung durch zudecken
- gegebenenfalls Blutstillung
- ständige Betreuung und für Ruhe sorgen
- ständige Kontrolle von Bewusstsein und Atmung
- Notruf über 112 absetzen
Herz-Lungen-Wiederbelebung
Nur durchführen, wenn:
- Patient bewusstlos!
- Patient ohne normale Atmung!
Vor der Herz-Lungen-Wiederbelebung muss der
Notruf über 112 abgesetzt werden.
Am sinnvollsten ist es, wenn zwei Personen die Wiederbelebung durchführen. Eine Person führt die Herzdruckmassage durch, die andere beamtet.
Ist nur ein Ersthelfer vor Ort, muss dieser zwangsläufig alle Maßnahmen alleine durchführen.
- Patient auf harte Unterlage legen, neben ihm knien
- Oberkörper freimachen
- Mund leer räumen, Kopf überstrecken, Handballen auf Druckpunkt (Mitte Brustkorb, unteres Drittel des Brustbeins) aufsetzen
- mit Wiederbelebung beginnen und im Wechsel durchführen:
=> 30 x Herzdruckmassage
- Brustkorb 4-5 cm tief eindrücken
- nach jedem Drücken, Brustbein vollständig entlasten
- Druck- und Entlastungsphase dauern gleichlang
- Arbeitsfrequenz: Erwachsene: 100 mal/Minute, Kinder: 140 mal/Minute
=> 2 x Atemspende ("Mund zu Mund" oder "Mund zu Nase")
- Luft über Zeitraum von 1 Sekunde einblasen
- Brustkorb muss sich sichtbar heben
- beim Einatmen, eigenen Kopf zur Seite drehen
- beobachten, ob sich der Brustkorb des Patienten wieder senkt
Die Herzdruckmassage und das Beatmen werden im schnellen Wechsel kontinuierlich durchgeführt, bis
- der Rettungsdienst eintrifft oder
- der Patient wieder normal atmet oder
- Sie zu erschöpft sind.
Herzinfarkt
Bei einem Herzinfarkt verstopft ein Blutpfropfen ein großes Herzkranzgefäß. Hierdurch wird der Herzmuskel nicht mehr
richtig mit Sauerstoff versorgt, was starke Schmerzen erzeugt.
Herzinfarktanzeichen:
- blaue Lippen
- Schweiß am gesamten Körper
- starker stechender Schmerz, der vom Herzen ausgehend zur linken Körperseite ausstrahlt (vielfach in den linken Arm)
- Atemnot
- Übelkeit
- Todesangst (er klammert sich am Ersthelfer fest)
Maßnahmen bei einem Herzinfarkt:
- Oberkörper aufrecht halten (Patienten nicht legen!)
- Wärmeerhaltung durch zudecken
- ständige Betreuung und für Ruhe sorgen
- für Luftzufuhr sorgen (Krawatte öffnen, Raum lüften u.a.)
- ständige Kontrolle von Bewusstsein und Atmung
- bei der Einnahme von Medikamenten behilflich sein, aber nicht selbst verabreichen
- Notruf über 112 absetzen
Schlaganfall
Bei einem Schlaganfall setzt eine Ablagerung ein Blutgefäß im Gehirn zu oder ein Gefäß platzt. Dies hat zur Folge,
dass das Gehirn nicht mehr richtig mit Blut und damit Sauerstoff versorgt wird. Es kann hierdurch zu verschiedenen
Ausfallerscheinungen im gesamten Körper kommen.
Schlaganfallanzeichen:
- Sprachstörung (Sprachzentrum komplett ausgefallen)
- Lähmungserscheinung einer Gesichts- oder ganzen Körperseite (gelähmt ist immer die Seite, die der vom Schlaganfall betroffenen Gehirnhälfte gegenüber liegt)
- hängender Mundwinkel
- Herdblick (Patient blickt immer auf eine Stelle)
Maßnahmen bei einem Schlaganfall:
- stabile Seitenlage, wenn Patient ohne Bewusstsein
- gelähmte Gliedmaßen polstern
- Wärmeerhaltung durch zudecken
- ständige Betreuung und für Ruhe sorgen
- ständige Kontrolle von Bewusstsein und Atmung
- Notruf über 112 absetzen
Asthmaanfall
Asthma ist eine wiederholt und plötzlich auftretende Verengung der Atemwege. Hierdurch verkrampft die
Bronchialmuskulatur, was dazu führt, dass verbrauchte Luft nicht abgeatmet werden kann. Folglich kann auch keine
frische Luft eingeamtet werden, wodurch der Patient an Sauerstoffmangel leidet.
Asthmaanfallanzeichen:
- akute Atembeschwerden
- Hustenanfälle
- schmerzhafter Druck auf dem Brustkorb (Patient beugt sich nach vorne und stützt sich mit Händen auf)
- pfeifende und brummende Ein- und Ausatmung
- bei der Einnahme von Medikamenten behilflich sein, aber nicht selbst verabreichen
Maßnahmen bei einem Asthmaanfall:
- Position nicht verändern, so lagern wie der Patient es möchte (keine Zwangslage schaffen!)
- Wärmeerhaltung durch zudecken
- ständige Betreuung und für Ruhe sorgen
- ständige Kontrolle von Bewusstsein und Atmung
- Notruf über 112 absetzen
Brandwunden
Maßnahmen bei Brandwunden:
- Patienten löschen (z.B. mit Löschdecke, Wasser, Feuerlöscher, diesen jedoch nicht auf das Gesicht richten)
- nicht angebackene Kleidung entfernen
- intensiv kühlen, vorzugsweise mit Wasser (wenn kein reines Wasser zur Verfügung, Bäche oder auch Pfützen verwenden)
Kühldauer: Kinder: ca. 10 Minuten, Erwachsene: ca. 20 Minuten; jedoch nicht zu lange, um Unterkühlung zu vermeiden
- Brandwunden mit Alufolie oder einer Rettungsdecke abdecken,
beim Verwendung von sterilen Kompressen sind diese vorher anzufeuchten, um ein Anbacken zu vermeiden
- Wärmeerhaltung durch zudecken
- Patient hat höchstwahrscheinlich einen Schock, daher die restlichen Schockmaßnahmen einleiten
- Notruf über 112 absetzen
Text: Tobias Erb
Stand: 14.06.2011