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Gemeinsame Einsatzübung der Ortsteilfeuerwehren 2009 -
Lange Wegestrecke auf Schwallunger "Hundesparte"
Am Samstag, dem 7. November 2009, war es wieder soweit. Ortsbrandmeister Klaus Erb ließ von der Leitstelle
Schmalkalden-Meiningen die vier Alarmschleifen für die Sirenen in den vier Ortsteilen Schwallungen, Zillbach,
Schwarzbach und Eckardts auslösen, um die Feuerwehren zur jährlichen gemeinsamen übung zu alarmieren.
Gerufen wurden die Wehren zum Einsatzstichwort "Feuer Hundesparte Ortsteil Schwallungen".
Als übungsszenario wurde angenommen, dass auf der Straße zwischen B19 und Bonndorf durch einen PKW-Unfall ein Waldbrand
verursacht wurde, der sich bis auf die Höhe des Bonndorfer Berges ausgebreitet hat und dort das Vereinshaus
des Schwallunger Vereins "Am Bonndorfer Berg, Verein für Deutsche Schäferhunde Schwallungen e.V." bedroht.
Nun galt es mit mindestens 6 C-Rohren eine Riegelstellung aufzubauen, um das übergreifen
der Flammen auf das Gebäude zu verhindern. Hierzu sollte das Löschwasser über eine lange Wegestrecke von
der Werra gefördert werden.
Den ortskundigen Lesern unter Ihnen dürfte bekannt sein, dass das Domizil des Hundesportvereins weit weg, auf dem
bereits erwähnten Bonndorfer Berg liegt. In Zahlen ausgedrückt mussten ca. 1200 Meter Strecke und
80 Meter Höhenunterschied überwunden werden.
Hierfür fuhr das Schwallunger LF8-TS8-STA an den Fluss Werra auf Höhe des Wehres und setzte die Tragkraftspritze zum
Ansaugen des Werrawassers ab. Das Fahrzeug mit den 640 Metern B-Schlauch im Schlauchtransportanhänger fuhr derweil
Richtung Einsatzstelle. Nach ca. 400 Metern wurde der Schlauch an der Tragkraftspitze der Feuerwehr Zillbach
angekuppelt, welche als Verstärkerkraftpumpe diente. Auch Zillbach verlegte eine Schlauchleitung bis zur Verstärkerkraftpumpe
der Feuerwehr Eckardts, welche zusammen mit der Feuerwehr Schwarzbach
die restliche Schlauchstrecke bis zur Brandstellenpumpe, dem Schwallunger LF 16/12,
verlegte. Von hier aus wurden 2 Verteiler mit jeweils 3 C-Rohren bei 5 bar Ausgangsdruck betrieben und so die
geforderte Riegelstellung aufgebaut. Nach Berechnungen flossen nun ca. 600 Liter Wasser pro Minute aus den Strahlrohren.
Weitere übungsziele waren der Tausch einer Tragkraftspritze nach einem simulierten Ausfall. Hierfür wurde die Pumpe
der Feuerwehr Eckardts durch die Pumpe der Feuerwehr Schwarzbach ersetzt.
Auch sollte die Leistungsfähigkeit der Wasserförderung getestet werden. Da die Reibungsverluste durch das
strömende Wasser in den B-Schläuchen maßgeblich von der an der Einsatzstelle abgegebenen Wassermenge abhängen,
wurde die Anzahl der C-Rohre erhöht. Ein 7. C-Rohr (700 Liter/Minute) waren so noch gut möglich, bei einem
8. C-Rohr (800 Liter/Minute) versagte die Förderung. Im Einsatzfall müsste hier eine weitere Verstärkerkraftpumpe
an einer geeigneten Stelle in der langen Wegestrecke gesetzt werden bzw. bei noch höheren benötigten Fördermengen
eine zweite unabhängige Schlauchleitung verlegt werden.
Die Feuerwehrtheorie sagt hierzu aus:
- pro 10 Meter Höhenunterschied: 1 bar Druckverlust
- pro 100 Metern Streckenunterschied im B-Schlauch mit Kupplungen (ca.):
* bei 700 Litern/Minute Förderstrom: 0,9 bar Druckverlust
* bei 800 Litern/Minute Förderstrom: 1,1 bar Druckverlust
* bei 900 Litern/Minute Förderstrom: 1,4 bar Druckverlust
* bei 1000 Litern/Minute Förderstrom: 1,7 bar Druckverlust
* bei 1200 Litern/Minute Förderstrom: 2,5 bar Druckverlust
Diese Druckverluste müssen durch eine richtig berechnete Anzahl und richtig in der langen Wegestrecke positionierte
Verstärkerkraftspritzen ausgeglichen werden.
Am Schwallunger Wehr steht eine Tragkraftspritze (rote Pumpe im Bild),
welche das Wasser ansaugt und über die B-Schlauchleitung,
die gerade verlegt wird, zur nächsten Verstärkerkraftpumpe weiterfördert.
Die Mannschaft des LF8-TS8-STA verlegt das erste Stück der Schlauchleitung von der Werra.
Hierbei muss bei befahrbaren Abschnitten darauf geachtet werden, dass der Schlauch kontrolliert aus dem
Schlauchtransportanhänger verlegt wird. Aber nicht immer ist jedes Teilstück befahrbar. Wie bei
der Feuerwehr üblich, muss deshalb auch improvisiert werden und Teile der Schlauchleitung per Hand ausgezogen werden.
Währendessen fährt das Fahrzeug einen anderen Weg.
Da in der Einheitsgemeinde Schwallungen kein Einsatzleitwagen (ELW) zur Verfügung steht, koordiniert Ortsbrandmeister
und Einsatzleiter Klaus Erb alles von einem anderen Führungsmittel, seinem Einsatzleit-Moped "S51".
Der B-Schlauch, welcher vom Schwallunger LF8-TS8-STA verlegt wurde, speist in die Verstärkerkraftpumpe
der Feuerwehr Zillbach ein. Mit dieser Pumpe wird das Wasser weiter den Berg hinauf bis zur nächsten Pumpe gedrückt.
Die Förderstrecke von der Werra versorgt das LF 16/12 an der Brandstelle. Von hier aus werden Verteiler gesetzt
und daran die Strahlrohre für die Riegelstellung angeschlossen.
C-Rohre bauen eine Riegelstellung zum Wald auf, um das benachbarte Gebäude vor den Flammen abzuschirmen.
Auch Schlauchplatzer können in der übung, wie im Ernstfall passieren. Deshalb wird pro 100 Meter Schlauchstrecke
ein Reserveschlauch abgelegt.
Pressebericht im "Freien Wort" vom 13.11.2009
Die Feuerwehren bedanken sich beim Schwallunger Verein
"Am Bonndorfer Berg, Verein für Deutsche Schäferhunde Schwallungen e.V.",
insbesondere bei dessen Vereinsvorsitzenden Günter Hartung, für die Möglichkeit die übung durchzuführen.
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Text: Tobias Erb
Bilder: Erik Hande (Presse)
Stand: 11.02.2011